Andrzej Marcisz

Instruktor für Bergsport im Verband der Bergsportinstruktoren, Sportklettertrainer (Akademie für Leibeserziehung in Katowice), Krakauer Tatrabergsteiger, Alpinist und Wettkampfkletterer.

Mehrfacher polnischer Meister sowohl im Speedklettern als auch im Schwierigkeitsklettern. Er gewann internationale Wettbewerbe in der Tschechoslowakei, in Bulgarien und in der Sowjetunion. Für Polen errang er die ersten Medaillen der Geschichte im Wettkampfklettern: Bronze im Kletterweltcup (1989) sowie Bronze bei den Europameisterschaften (1992). Sechsmal erreichte er die Finalrunde der Speed-Wettbewerbe beim renommierten Arco Rock Master und gewann dort 1990 die Silbermedaille; dreimal belegte er den dritten Platz sowie jeweils einmal den vierten und fünften Rang.

Seit 47 Jahren ist er im Fels und in den Bergen unterwegs. Er erschloss zahlreiche neue extrem schwierige Kletterrouten in Klettergebieten und in der Tatra, sowohl im Sommer als auch unter winterlichen Bedingungen. Zudem war er Mitautor zahlreicher freier Erstbegehungen an den berühmtesten Tatra-Wänden. Viele klassische Routen durchstieg er mit seinen Seilpartnern in Rekordzeit.

1990 gründete er gemeinsam mit Freunden die Klettersektion des Vereins Korona Kraków.

Von 1994 bis 1998 war er Mitinhaber der Verlage AT und ATI, die die berühmte „Dreiecksreihe“ mit Klassikern der internationalen Bergliteratur herausgaben.

Vor rund zehn Jahren richtete sich sein besonderes Interesse auf die Gipfel und Felstürme der Grate der Hohen Tatra. Im Jahr 2015 gelang ihm die durchgehende Solo-Begehung des Hauptkamms der Hohen Tatra, wobei er als Erster sämtliche 384 benannten Gipfel und Übergänge entlang der Route erreichte.

Im Jahr 2020 vollendete er ein außergewöhnliches Projekt: die Besteigung aller damals benannten Gipfel, Türme, Bastionen, Nadeln, Mönche und weiterer benannter Felsformationen der Hohen Tatra. Ihre Zahl lag damals bereits bei nahezu 1.200 und wächst weiterhin.

Er wirkte an zahlreichen Fernseh- und Filmproduktionen mit oder unterstützte deren Realisierung, darunter die TVP-Sendung Apetyt na zdrowie, die Fernsehserie Ratownicy sowie die Filme Deklaracja Nieśmiertelności, Polska z lotu orła, Czerwony Pająk, Sonata und Magic Mountains. Zudem arbeitete er an einem Musikvideo der Band Radiohead mit. In den Jahren 2021-2022 war er beim Spielfilm Biała Odwaga als Leiter der Bergaufnahmen tätig. 2023 unterstützte er die Produktion eines Musikvideos des polnischen Rappers Mata, 2024 arbeitete er an der Serie Śleboda. Gegenwärtig wirkt er an einem Film über Wanda Rutkiewicz mit und ist dort als Zweiter Regieassistent sowie Sicherheitskoordinator für Bergaufnahmen tätig.

Für zahlreiche Filmproduktionen übernahm er die alpine Sicherung und arbeitete dabei mit Regisseurinnen und Regisseuren wie Marcin Koszałka, Marcin Wrona, Krzysztof Lang, Katarzyna Dowbor, Magdalena Piekorz, Michał Marczak, Urszula Antoniak und vielen weiteren zusammen.

Er veröffentlichte mehrere Dutzend Beiträge in Bergsport- und Klettermagazinen sowie auf Online-Plattformen. 2006 erschien sein Kletterführer über den Mnich in der Tatra, 2020 sein Führer zur Wielka Korona Tatr, der 2021 in zweiter Auflage veröffentlicht wurde. 2024 erschien sein jüngster Führer Żelazne Percie Tatr.
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